Aktuell

Für Rüsthalle neuen Platz gefunden

Für Rüsthalle neuen Platz gefunden

Stefan Britschgi hat für den Bau einer Rüsthalle einen neuen Platz gefunden. Er befindet sich an der Werkstrasse, nahe beim Kieswerk. Fürs Dorf ist die Entwicklung generell ein grosses Thema.

Mit der Erweiterung des bestehenden Betriebes, des Fahrmaadhofes, scheiterte Britschgi im letzten Sommer an heftigem Widerstand. Der 56-jährige Gemüseproduzent, Gemeinderat und FDP-Kantonsrat zog sein Projekt zurück, nachdem zahlreiche Einsprachen eingegangen waren.

Pragmatisch meinte er, er könne nicht in Diepoldsau arbeiten und Böden bewirtschaften, wenn er einen Teil der Bevölkerung gegen sich habe.

Sogar eine Interessengemeinschaft hatte sich im Kampf gegen das Bauprojekt gebildet, und die Vereinigung Lebenswertes Diepoldsau-Schmitter reihte sich ebenfalls in die Gegnerschaft ein.

Das Ziel ist der Bau im nächsten Jahr
Für Britschgi hiess es: «Zurück auf Feld eins», wie er Anfang September selbst sagte. Inzwischen ist der Gemüseproduzent mit einem neuen Bauprojekt weit vorgerückt. Was dem ersten Vorhaben als Mangel angekreidet worden sei, habe sich ausmerzen lassen, sagt Britschgi. Konkret die Zonenkonformität, die Verkehrsbelastung und der Landschaftsschutz sollten nun keinen Grund zur Beanstandung mehr geben. Das Ziel ist der Bau der Rüsthalle im nächsten Jahr. In ihr werden anfangs die heute beschäftigten rund fünfzig Mitarbeitenden tätig sein. Die Halle erlaubt jedoch die spätere Erhöhung des Personalbestandes bis auf siebzig.

Die beiden Standorte zusammenlegen
Im Sinn hat Stefan Britschgi nach wie vor die Zusammenlegung der heute zwei Standorte. Die in Rebstein ansässige Pro Verda AG soll in den geplanten Neubau an der Werkstrasse zügeln und der Diepoldsauer Fahrmaadhof nur noch als reiner Landwirtschaftsbetrieb fortgeführt werden.

Die Zusammenlegung der Betriebe an einem Ort hat deutlich weniger Verkehr zur Folge. Betriebsintern (von einem Standort zum anderen) werden keine Fahrten mehr nötig sein. Ausserdem sind keine eigentlichen Wohnquartiere mehr betroffen. Gefahren wird auf der Werk- und Staatsstrasse.

Für den Bau der Rüsthalle und die Konzentration des Betriebs auf ein einziges Areal seien verschiedene Grundstücke im Rheintal geprüft worden, sagt der Bauherr.

Die Aufgabe, einen geeigneten Standort zu finden, war dadurch erschwert, dass es sich bei den in Frage kommenden Grundstücken um Landwirtschaftsland handelte. Auch das Land an der Werkstrasse ist Landwirtschaftsland, weshalb vor dem Bau eine Umzonung nötig ist.

Gemeindepräsident Roland Wälter sagt, das Amt für Raumentwicklung und Geoinformation begrüsse das Projekt. Britschgi weist zudem darauf hin, dass sein Bauvorhaben mit allen Interessengruppen und Umweltverbänden abgesprochen sei.

Rüsthalle wird in Arbeitszone liegen
Ein besonderer Aspekt ergibt sich aus dem neuen Baugesetz, das seit Oktober in Kraft ist. Dieses Baugesetz verlangt die Umwandlung von Industrieland, aber auch von Gewerbe- und Industriezonen in sogenannte Arbeitszonen. Das tönt nach etwas völlig Neuem, es bleibt aber alles beim Alten. Mit einer (für Diepoldsau unbedeutenden) Ausnahme: In reinen Industriezonen ist die Gebäudehöhe auf 30 Meter begrenzt. In Diepoldsau befindet sich ein einziger Betrieb in der Industriezone, die Sigmund Sieber AG.

Damit Stefan Britschgi die Rüsthalle errichten kann, ist das dafür nötige Landwirtschaftsland also in eine so genannte Arbeitszone umzuwandeln.

Anders als früher können Gemeinden kein Landwirtschaftsland mehr einzonen, um für Betriebsansiedlungen gerüstet zu sein. Heute wird eine Einzonung erst geprüft und allenfalls auch vorgenommen, wenn ein konkretes Bauprojekt vorliegt. Es wird nicht mehr auf Vorrat eingezont, sondern strikt nach Bedarf.

Für Betriebsansiedlungen hat die Gemeinde Diepoldsau kein eingezontes Land mehr. Jedoch verfügen einzelne Betriebe im Gebiet Güter-Wildenau über Landreserven. Wie es weitergehen, wie das Dorf sich entwickeln soll, ist in den nächsten zwei, drei Jahren ein grosses Thema.

Im Rahmen der Ortsplanung steht die Gesamtüberarbeitung von Richtplan, Zonenplan und Schutzverordnungen bevor. In der zweiten Augusthälfte findet dazu eine Veranstaltung statt.

Neu ist auch, dass heutzutage nicht mehr jede Gemeinde für sich selbst plant. Nötig ist eine regionale Abstimmung. Die entsprechend nötige Diskussion läuft unter der Leitung des Vereins Agglomeration Rheintal, dessen Präsident St. Margrethens Gemeindepräsident Reto Fried-auer ist.

Hinweis
Das Baugesuch für die Rüsthalle, der Teilzonenplan, die Zonenplananpassung (Arbeitszone) und die Teilrevision des Baureglements liegen ab dem 5. Juni einen Monat lang öffentlich auf.


Quelle: tagblatt.ch

  • Info-Box

Jetzt teilen:

Weitere Beiträge

28.09.2019

Nachhaltige Energieversorgung ist möglich

Experten orientierten über die Förderung erneuerbarer Energien, die Reduktion der CO2-Emmissionen sowie neue Technologien.

Mehr erfahren
18.09.2019

FDP Fraktion: Zwischen Floomzer und Baustelle

Am 17. September am Flumserberg

Mehr erfahren
29.07.2019

2. Agglokonferenz

Seit der 2. Agglokonferenz vom 4. Juli 2019 bin ich vorsichtig optimistisch, was die Erarbeitung eines Agglomerations-Programmes für die Region Rheintal, dies- und jenseits des Rheins, betrifft. Es muss uns gelingen das Gemeinsame in der Region als oberstes Ziel zu erreichen und Begeisterung für die Region zu entfachen. Nur so werden uns grössere Infrastrukturprojekte oder die Angleichung der unterschiedlichen Planungsprozesse der beiden Länder zum Wohl der Gesellschaft gelingen. Wir müssen Verkehrsverbindungen, Arbeit und Erholung in Einklang bringen. Die Gemeinde- und Landesgrenzen werden so, wie wir sie heute kennen, nicht der Schlüssel zur Zukunft sein. Das Gemeinsame, wie auch immer, muss unsere Zukunft sein.

Mehr erfahren